Sedona, Tuzigoot National Monument, Jerome

 

Sedona überrascht uns bei unserer Ankunft am 18.06.2001 völlig. Auf einmal erheben sich ringsum herrliche rote Gesteinsformationen. Üppige Vegetation und nicht zu große Hitze - die touristisch voll erschlossene, aber nicht überlaufene Stadt bezaubert Felsformation in Sedona
 uns sofort. Für satte 30 $ mieten wir uns auf einem herrlichen Campground ein. Eingewachsener Baumbestand, alles bewässert und schön grün, unmittelbare Lage am Fluss, der glasklar und zum Baden wie geschaffen ist, nicht weit entfernt von der Flaniermeile und fast voll besetzt, so präsentiert sich dieser idyllische Flecken. Hier sind fast nur Amerikaner, vor allem die Seniorendauercamper fallen uns auf. Warum in aller Welt muss man aus Florida bis hierher fahren um den ganzen Tag fernzusehen oder vor dem RV lesend zu sitzen? Na, egal, jedenfalls ist es hier Klasse. Wir gehen ein wenig bummeln, zunächst waten wir durch den Oak-Creek. Dann laufen wir die Main Street lang. Witzige Läden, wie z.B. Victorian Cowgirl–etwas ganz besonders Schreckliches, wie der Name schon verspricht–oder Wheelers Trading Post gibt es zu bestaunen. Bei Wheelers gibt es neben altem und modernem Schmuck, Antiquitäten, Kitsch, T-Shirts, ein paar ausgestellten Originalstücken aus dem Wilden Westen wie z.B. eine Mittelfingerkette vor allem eins, nämlich Schädel. Bär, Puma, alles was man sich nur vorstellen kann und in allen Größen ist neben Klauen, Schildkrötenpanzern und vielem mehr zu entdecken und auch zu erwerben.

Wir bewundern auf dem Weg große türkisfarbene Eidechsen und bummeln zurück. Wir kochen uns was Leckeres, genießen die warme Sommernacht, beobachten zahlreiche Bats und beschließen, hier im zauberhaften Sedona ein weZufahrt zum Tuzigoot NMnig länger als geplant zu verweilen.

Am nächsten Morgen stehen wir zeitig auf und fahren dann eine malerische Straße entlang der Red Rocks von Sedona und genießen den herrlichen Blick. Danach wird eingekauft und dann eilen wir auf Hwy 89 A zum Tuzigoot NM. Das Wetter ist heute Klasse, nicht zu heiß und doch wunderbar sonnig. Tuzigoot ist ein Pueblodorf der Sinagua Indianer, die das Verde Valley (das “Grüne Tal”, eine 3000 qkm große Hochfläche) ab ungefähr 1125 bis zum frühen 14. Jahrhundert bewohnt und dann aus unbekannten Gründen verlassen haben. Wir besichtigen das Museum, in dem diverse Gebrauchs- und Kunstgegenstände zu bewundern sind, und klettern im Pueblo herum. Auch hier kann man sich problemlos vorstellen, dass die Indianer es hier gut aushalten konnten, natürlich ist es viel komfortabler als im Cliff Dwelling Tonto NM. Die einzelnen Räume erreicht man über Leitern, die Siedler haben sich hier überwiegend vom Ackerbau und der Jagd ernährt. Die Körper verstorbener Kleinkinder wurden als Schutzgeister in den Wänden eingearbeitet, so erfahren wir.
                                                                                                                      
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Da hier viele große fliegende Ameisen, die sich sofort auf uns stürzen, anzutreffen sind, machen wir uns bald wieder auf den Weg. Unterwegs treffen wir unsere Campgroundnachbarn, die uns empfehlen, uns den nächsten Ort, Jerome, anzusehen. Die paar Meilen fahren wir anschließend auch und erreichen Jerome. Das ist eine lukrative Künstler- und Touristengegend, unmittelbar am Berg gebaut und vom ehemaligen Kupferabbau geprägt. Da sie aber nicht in solch wundervolle Red Rocks wie Sedona eingebettet ist, hat die Stadt auch nicht deren unwiderstehlichen Charme, finden wir. Hier sind viele amerikanische Touristen unterwegs und es gibt jede Menge zu sehen und wenn man wollte, könnte man hier herrlich shoppen. Darauf haben wir aber keine Lust und fahren wieder zurück.

Am Airport von Sedona, einem Aussichtspunkt, der uns von der CampgrounRed Rocks in Sedonad- verwaltung empfohlen wurde, bietet sich ein gigantischer Ausblick über Sedona und dessen Umgebung. “It`s a place to stay”, das ist alles, was es dazu zu sagen gibt.

Wir fahren wieder zum Campground und wandern durch den Oak Creek. Es regnet leicht und die Erde duftet wundervoll. Wir sehen viele Vögel und auch erstmals bewusst den scharlachroten Kardinal und eine kleine Schlange, von der Robert sehr beeindruckt ist. Dann kehren wir zurück. Unser Resümee zum Abschluss ist: Sedona
ist wundervoll.

Robert spielt noch mit dem Nachbarjungen, sie kennen keine Sprachbarriere und sammeln begeistert Raupen, mit denen sie spielen. Dabei unterhalten sie sich, jeder in seiner Sprache, scheinen sich aber trotzdem prima zu verstehen. Wir sitzen noch lange im herrlichen Schatten der Bäume und genießen den warmen Sommerabend. Sedona ist schön, diese Feststellung treffen wir immer wieder. Wie wär’s mit einem Zweitwohnsitz hier?

 

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