| Durango-Silverton-Railroad
Über den Hwy 160 erreichen wir Durango, den Ort mit der berühmtesten historischen Eisenbahn Colorados. Unterwegs sehen wir auf der reizvollen Strecke in üppigem Blau blühende Talwiesen, von abertausenden Exemplaren der Rocky Mountain Iris bedeckt. Durango ist eine reizvolle Stadt, 1879 gegründet,
lebt sie heute eindeutig vom Tourismus. In Durango parken wir zunächst gegen Gebühr im Zentrum und organisieren erst einmal die Zugtickets für den nächsten Morgen. Morgens um 8.15 Uhr soll es
losgehen, das Ticket für mich und Robert – auf dem Schoß allerdings – kostet einfach bis Silverton unglaublich stolze 36 $. Rainer wird die Strecke mit dem Auto zurücklegen und in Silverton werden wir uns wieder treffen. Robert, unser Eisenbahnfan, ist von dem historisch aufgemachten Bahnhofsgebäude mit Giftshop und Holzbahn zum Spielen total begeistert und kaum wegzubekommen. Als nächstes besichtigen wir das immerhin eintrittsfreie Museum und Robert rastet nahezu
aus, als er die vielen alten originalen Wagen und Lokomotiven bewundern kann. Alles ist direkt zum Anfassen, Bestaunen und Beklettern, was für ein Feeling für unseren Zugfanatiker...... Das Museum ist Klasse gestaltet und spricht auch Rainer und mich sehr an. Ein freundlicher Arbeiter bittet die Anwesenden direkt zu einer bereitgestellten Lok außerhalb des Museums, die noch zum aktiven Fahrbetrieb genutzt wird und diese
pfeift dann für uns Touristen. Wir gehen zurück in das Museum. Robert eilt wieder umher, kein Wagen bleibt unerkundet und ans Gehen ist nicht zu denken. Schließlich sitzen wir in einem der herrlich nostalgischen Originalwagen und genießen einen Film über die Historie der Durangobahn. Danach suchen wir uns erst einmal ein Motel. Für schlappe 44 $ mieten wir uns im
Days End ein. Nun bummeln wir noch durch die touristisch in der Tat hervorragend vermarktete Innenstadt Durangos, gehen essen und springen noch zum Tages- abschluss in den Pool. Am nächsten Morgen fahren wir zum Bahnhof und um 7.45 Uhr steigen Robert und ich dann in den Zug ein. Darin ist genügend Platz, Robert muss also gar nicht unbedingt
auf meinem Schoß sitzen. Diesen Platz zieht er aber zunächst vor, mein Gott ist er aufg eregt! Alle Fahrgäste außer uns sind Amerikaner. Die Fahrt führt durch die Rocky Mountains, herrliche Landschaften des Hochgebirges können bestaunt werden. Der größte Teil der Reise geht durch das Tal
des Animas Rivers. Tiefe Schluchten, hohe Berge, der Fluss – alle Leute im Zug sind begeistert, die, die den Zug draußen sehen, winken alle freundlich. Cowboys galoppieren ein Stück neben dem Zug her und winken ebenfalls. Die Leute im Zug sind durchweg sehr freundlich, besonders zu Robert, der schnell mit einem Mann, der von sich selber sagt, auch ein Eisenbahnfan zu sein, Freundschaft schließt. Sie verstehen einander zwar nicht, das tut dem
Gesprächsverlauf jedoch keinen Abbruch.... Interessant ist, dass fast alle Amerikaner sich nach Öffnung des Restaurants zunächst erst einmal mit Popcorn, Coke usw. eindecken. Viele legen sich danach gemütlich zum Schlafen hin. Und das für den Fahrpreis – dazu fällt mir einfach nichts mehr ein. Roberts Verkrampftheit löst sich bereits nach kurzer Zeit und dann läuft er ständig mit mir begeistert im Zug auf und ab,
bis er schließlich ca. eine halbe Stunde vor der Ankunft völlig erschöpft in einen komaartigen Schlaf fällt. Nach 3 ½ Stunden erreichen wir Silverton. Dort treffen wir uns wieder mit Rainer, der hier bereits seit knapp 2 Stunden auf uns gewartet und die Stadt erkundet hat. Obwohl Silverton ebenso wie Durango vollkommen auf Tourismus ausgerichtet ist, hat es einen völlig anderen Charme, nämlich den der Wildweststadt am Ende der Welt, durchaus sehenswert. |