Rocky Mountains National Park
Von Denver aus geht es bereits am frühen Morgen auf Hwy 72 North, der sich, wie die Karte bereits ankündigte, als ganz besonders reizvolle Strecke erweist, los. Die Rockys erheben sich bereits kurz hinter Denver in voller Pracht und gigantischer Größe quasi "aus dem Boden" heraus. Allerdings
ist es an diesem Morgen zunächst und für uns recht unerwartet kühl – lausige 6° C verleiden es Robert, die dringendsten Bedürfnisse bei kurzen Autostops zu verrichten. Später nimmt die Temperatur recht schnell zu und erreicht nachmittags immerhin 28° C. Liebliche Canyons und herrliche Ausblicke begeistern uns. Der sehr alpine Charakter der Landschaft ist auffällig. Wir sind überrascht, dass
fast bis unmittelbar an d en Rocky Mountains National Park (NP) heran jede Menge Bebauung vorherrscht. Diese Besiedlungsdichte hätten wir hier nie erwartet. Es scheint sich hier um eine besonders beliebte Wohngegend, teils auch recht elitären Charakters, zu handeln. Wir besuchen das Visitor Center gegen 9.00 Uhr und fahren in den Park. An einem herrlichen Aussichtspunkt frühstücken wir erst einmal und klettern, dann insbesondere zu Roberts großer Freude, an einem reißenden Gebirgsbach. Die nördliche Old Fall River Road, die wir eigentlich einschlagen wollten, ist leider gesperrt, wir müssen uns also mit der Südtour (Trail Ridge Road) begnügen, die sich aber auch als sehr reizvoll erweist. Wapitis kreuzen unseren Weg. Die ersten werden noch euphorisch gefilmt, das gibt sich aber dann, denn Hirsche gibt es hier sehr viele. Wir fahren also die herrliche Südstrecke ab, der Touristenverkehr hält sich zum Glück
in Grenzen. Wir steigen mehrmals aus, um kleine Abstecher zu unternehmen bzw. die Aussicht bei wunderbar warmen Wetter und Sonnenschein zu genießen. Besonders unsere kleine Wanderung am "Biberfluss", wie wir ihn für Robert nennen, erweist sich schönes Erlebnis. Ohne Zweifel könnte man hier auch mehrere Tage bleiben und vor allem herrlich wandern. Di e Strecke an sich erinnert in der Tat an alpine Touren. Wir verlassen den Park schließlich im Süden und fahren weiter nach Silverthorn. Die Landschaft – und davon gibt es hier in der Tat wieder jede Menge - hat sich nun vollkommen geändert. Sie ist
gekennzeichnet durch nicht enden wollende Berg- und Hügelketten, die größtenteils mit Wacholderbüschen bewachsen sind. Sie trägt den ihrer Optik entsprechenden sehr passenden Namen Green Mountains.Am frühen Nachmittag erreichen wir Silverthorn.Weiter fahren wir südlich nach Leadville, der höchstgelegenen Stadt der USA (3.050 m). Das ist eine alte Minenstadt, 1860 gegründet, um die sich viele Wildwest-Geschichten ranken und in deren Umfeld heute
noch Bergbau betrieben wird. Der Ort ist teils sehr runtergekommen, die hier lebende Bevölkerung scheinbar stark verarmt. Allerdings hat die Innenstadt noch einen gewissen Flair "von einst", der touristisch interessant erscheint. Gerade der Saloon und die Main Street haben durchaus Gesicht. Hier übernachten wir. |