Morbridge, Sitting Bulls Grave

Am Morgen des 06.07.2000 setzen wir unsere Fahrt auf den Spuren von Lewis und Clark in Richtung Bismarck zunächst auf Hwy 1804, später Hwy 83 und 12 fort. In Morbridge kommen wir wieder an den gigantischen herrlichen Missouri. Man kann die Weitläufigkeit der Plains, unermesslich für europäisches Verständnis, nicht beschreiben. Weit und hügelig und grün und gelb von Blüten, ein unbeschreiblicher Duft in der Luft, ein leiser Wind, strahlende Sonne und unendliche Weite, kurzum es ist angenehm und bezaubernd. Und gekrönt wird die Landschaft von dem gewaltigen Wasser des Missouris. Ich bin beeindruckt, es gefällt mir unglaublich gut hier. In Morebridge, einem Ort direkt am Missouri, den wir um an Sitting Bulls Grab zu kommen, schließlich überqueren müssen, besuchen wir wieder ein Heimatmuseum, das ”Klein-Museum”. Diese Art Museen haben wir zwischenzeitlich sehr schätzen gelernt, bieten sie in ihrer Einmaligkeit doch dem Reisenden wirklich Gelegenheit, in die frühe aber auch noch gar nicht so weit zurückliegende Geschichte der relativ jungen Orte Einblick zu gewinnen. Indianische und Siedlerartefakte, Präparate und Sitting Bull - Tatanka IotakeAbnormitäten wie ”die größten Fische, die in Morebridge geangelt wurden” und ”unsere erste Post” und ”das doppelköpfige Lamm” usw. sind zu bestaunen. Dabei fällt uns auf, dass sich gerade in dieser Gegend viele deutschstämmige Siedler  in der Vergangenheit niederließen. Dieser Eindruck wird später noch öfter auf unserer Tour durch North Dakota bestätigt, wir werden auch direkt auf unsere Nationalität angesprochen und man freut sich, hier deutsche Reisende zu begrüßen.

Sitting Bulls Grave, der Ort, an den der große Häuptling vor einigen Jahrzehnten umgebettet wurde, befindet sich ganz in der Nähe von Morebridge in der Standing Rock Indian Reservation. Es soll sich um einen Platz ganz in der Nähe seines Geburtsortes handeln. Der Ort ist einsam, keine Menschenseele ist weit und breit zu sehen. ”Nur” duftende Prärie und ein gigantischer Blick auf den Missouri. Kurzum ein Platz, der dieser herausragenden Persönlichkeit würdig ist. Ganz in der Nähe befindet sich eine Gedenktafel für Sakakawea, die indianische Führerin und Dolmetscherin des Lewis and Clark Trails, der ein Großteil der erfolgreichen Mission aufgrund ihrer Sprach- und Ortskenntnisse und ihres besonderen Verhandlungsgeschicks und diplomatischen Fingerspitzengefühls zu verdanken ist. Sakakawea wird hier allerorts ins Bewusstsein gerufen, wir finden ihren Namen, ihre Büsten und Denkmäler noch öfters bei unserer Reise durch North Dakota, das wir nun auf Hwy 24/1806 erreichen.

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