| Yellowstone NP Am 11.07.2000 kommen wir von Montana aus wieder nach Wyoming, unser Ziel ist der Nationalparkklassiker, der Yellowstone NP. Im Einfahrtsbereich zum NP kündigt sich aber bereits an, was uns drin erwartet. Eine Voranzeige gibt hier bereits zur Kenntnis, welche Campgrounds im Park alle belegt sind – und das sind fast alle. So, nun reihen wir uns ein in die endlose Schlange der Besucher, die sich größtenteils im Schritttempo mit der Blechlawine durch den Park walzt. Herrliche Landschaften ringsumher und teils auch Spuren des nun schon über 10 Jahre vergangenen Großbrandes
von 1988 sind zu sehen. Eine berauschende Blumenfülle in der, sicher nicht zuletzt aufgrund des Großbrandes, nun so üppigen Vegetation ist zu bewundern. Wir fahren entlang des Yellowstone Rivers, bewundern die grüne Landschaft entlang des Flusses, sehen einen Grizzly, unzählige Bisons, die hier in großen Herden grasen, Biber im Yellowstone River, weiße Pelikane und Wapitis..... Dampfende Thermalquellen und eindrucksvolle gelbe Ablagerungen an der Erdoberfläche,
die sehr großflächig vorkommen, und denen der Park auch seinen Namen verdankt, begeistern uns. Allerdings der Geruch ist weniger angenehm. An einer Thermalquelle steht unter anderen Büffeln ein großer Bisonbullle. Die Touristen laufen dazwischen herum und filmen Quelle, Landschaft und Büffel. Und zwar genau so lange, bis der Koloss auf einmal aus dem Stand völlig unerwartet über die Absperrung setzt und ein paar Sprünge galoppiert. Viele schreien angesichts
der Masse und nicht zuletzt der Wendigkeit und Kraft, die sich da in Bewegung setzt und alle flüchten eilig. Nun, der Abend naht und wir steuern den Campground am Canyon Village an, der als noch nicht voll belegt am Eingang ausgewiesen war. Und mit viel Glück bekommen wir nach langem Warten einen Plat z. Schön ist es ja nicht gerade, aber besser als nichts. Nachts kühlt es sich übrigens empfindlich ab. Am nächsten Morgen stehen wir frühzeitig auf und fahren zuerst zu den Geysiren und heißen Quellen im südwestlichen Parkbereich. Unterwegs sehen wir, im
sogenannten ”Großtierressourt” wieder große Büffelherden, die oft auch die Fahrt der unendlichen Blechkarawanen erheblich einschränken und zum Stehen bringen. Gerade richtig treffen wir zum Ausbruch des mächtigen und gewaltigsten Geysirs im Yellowstone NP, ”Old Faithful” ein, nachdem ”Steamboat” & Co uns einen kleinen Vorgeschmack gegeben haben. Das ist schon etwas, man vergisst beim
Aufbrodeln des Geysirs sogar die Tausende anderer Schaulustiger, die sich hier im Herzen des Yellowstone zum Schauspiel versammelt haben. Insgesamt ist aber festzustellen, dass der Yellowstone NP als immerhin rangältester der
amerikanischen Nationalparks und wohl auch als einer der Berühmtesten sehr überfüllt ist, und wenn man nicht unbedingt Wert auf gigantische Herden von Großwild, Geysire oder heiße Quellen legt, sollte man ihn meiden oder aber dort außerhalb der ausgewalzten Touristenpfade wandeln (mit kleinem Kind ist das aber so gut wie ausgeschlossen) und wenn man diese Alternative wählt, sollte man viel Zeit mitbringen. Auf jeden Fall aber, und das verschweigen alle
Reiseführer und –berichte, muss man sich darauf einstellen, dass ein großer Teil des NP noch immer gekennzeichnet ist von der 88`er Brandkatastrophe. Teilweise fährt man weite Strecken durch den Wald der verbrannten Bäume. Es wird noch Jahrzehnte dauern, bis diese Schäden nicht mehr so offensichtlich ins Auge stechen werden. |